DIE NEUE GEMEINSAME GRUNDSCHULE

FÜR DIE GEMEINDE FRIEDLAND

 

Eine Entwicklungsgeschichte, die im Sommer zum Ende kommt.

 

Am Anfang

stand eine Kündigung.

Der Landkreis Göttingen kündigt der Gemeinde Friedland zum 1.8.2014 mit dreijähriger Kündigungsfrist die in Groß Schneen für die Grundschule-am-Einzelberg angemieteten Räume. Die Carl-Friedrich-Gauß-Schule erweitert ihren Raumbedarf als gefragte und wachsende Oberschule. Ihr Träger ist der Kreis, der sich mit der Kündigung die Räumlichkeiten für den wachsenden Bedarf sichert.

 

Findungsphase bis Mai 2015

Was tun?

Eine gewachsene Grundschule, in die in den letzten Jahren durch die Entwicklung zur offenen Ganztagsschule und der Implementierung des Regionalen Integrationskonzepts materiell und pädagogisch viel investiert wurde, gibt man nicht so einfach auf.

Es gab Begehungen durch die politischen und schulischen Verantwortlichen. Fragen, Wünsche, Informationen über Möglichkeiten und Beispiele anderer Schulen. Die Landesschulbehörde beteiligte sich ebenso wie die politischen Parteien und nicht politisch gebundene Bürger. Es gab harte Kontroversen hinsichtlich der Aufgabe des Standortes in Groß Schneen.

Beschlossen wurde mit einer sicheren Mehrheit im Friedländer Rat der Zusammenschluss der beiden Grundschulen der Gemeinde Friedland zu einer neuen gemeinsamen Grundschule mit Standort Friedland, in der sich „das Beste beider Schulen“ vereinen soll.

 

Eine ungeplante Belastung: das Hochwasser im Sommer 2015

Die Grundschule-am-Einzelberg wird wie der gesamte Komplex der Oberschule und die benachbarte Turnhalle von einem Hochwasser überschwemmt.

Eine menschliche Katastrophe wird durch die Wachsamkeit der ehrenamtlichen Helfer verhindert, da in der Turnhalle sehr viele Flüchtlinge untergebracht waren.

Die sachliche Katastrophe für die Grundschule: an dem Standort, der bald aufgegeben werden muss, steht ein Drittel der gesamten Fläche ein Jahr nicht zur Verfügung. Es muss unter beengten Verhältnissen und unter Inkaufnahme der laufenden Baumaßnahmen zur Sanierung ein Jahr lang improvisiert werden.

 

Schuljahr 2015 bis 2016

Die Kollegien treffen erste Verabredungen zur Vereinheitlichung der verwendeten Lehrwerke in allen Fächern an beiden Standorten in Hinblick auf den Zusammenschluss.

In Groß Schneen fällt die Rektorin vier Monate aus (Oktober-Januar).

In Friedland scheidet die Rektorin zum 2. Schulhalbjahr aus.

Zwei Kolleginnen übernehmen bis zum Ende des Schuljahres in Friedland die kommissarische Leitung. Unter Moderation der Landesschulbehörde finden gemeinsame Überlegungen und Planungen beider Schulen ab Februar 2016 statt. Die erste gemeinsame Einschulung zum Sommer 2016 wird geplant.

Mit Hilfe eines –kleinen- Architektenwettbewerbs wird über den Erweiterungsbau in Friedland entschieden und der Bauplan erstellt.

Ab Herbst/Winter 2016/17 soll gebaut werden.

 

Schuljahr 2016 bis 2017

Die Rektorin der Grundschule-am-Einzelberg übernimmt auch die kommissarische Leitung der Grundschule in Friedland, da die beiden Kolleginnen aus Friedland nicht verlängern.

Im Herbst gibt es eine gemeinsame schulinterne Fortbildung beider Kollegien unter Moderation der Landesschulbehörde, in denen gemeinsam ein Leitbild für die Neue gemeinsame Grundschule erarbeitet wird.

In vielen gemeinsamen Elternversammlungen und gemeinsamen Sitzungen der Schulvorstände stellen sich die Schulgemeinschaften gegenseitig ihre Arbeitsstrukturen und Schwerpunkte vor: Zeitstruktur am Vormittag, Projektkultur, Erfahrungen im Mint Bereich, sportliche Wettbewerbe….Im Januar wird der Zeitplan für die gemeinsame neue Grundschule beraten und verabschiedet, der im Wesentlichen der bestehende Zeitplan in Friedland ist.

Es gibt gegenseitige Einladungen zu Schulveranstaltungen.

Die Fördervereine planen ihre Zusammenlegung und unterstützen sich gegenseitig.

Auf einer zweiten schulinternen Fortbildung im Frühjahr wurde ein Überblick über die Punkte eines zukünftigen Schulprogramms erarbeitet.

Festgelegt wird eine weitere Arbeitstagung im Herbst zum Thema Mint.

Die Einschulung im August 2017 wird gemeinsam vorbereitet, diesmal am Standort Friedland.

 

Schuljahr 2017 bis 2018

Seit dem 1.8.2017 gibt es die neue gemeinsame Grundschule in Friedland mit den Standorten Groß Schneen und Friedland. In Groß Schneen sind 6 Klassen, in Friedland 7 Klassen. Es wird mit einem Umzug Anfang 2018 gerechnet.

Die Kollegien erarbeiten gemeinsam eine Übersicht zur Arbeit im Mint Bereich an beiden Standorten und besprechen in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Hilfe der Landesschulbehörde das weitere Vorgehen.

Die Betreuungsteams beider Standorte führen gemeinsame Dienstbesprechungen durch, um die neue Situation zu durchdenken. Jeder Standort ist an Spitzentagen 60/70 Kinder gewöhnt. Jetzt können es bei vermutlich gleichem Betreuungsbedarf 120 Kinder an einem Standort werden. In den gemeinsamen Dienstbesprechungen des Kollegiums werden zu den klassenspezifischen Projekten gemeinsame Veranstaltungen über das Jahr verstreut geplant, um den Schülern die neue Schule näher zu bringen: Adventssingen, Orchesteraufführung, Afrikaprojekttag, Schulfest, Sportveranstaltungen.

 

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Bilder vom Schulfest 2018 zum Afrka Projekt

 

Ein neuer Name wird gesucht und im Schulvorstand beschlossen: Leinetal-Grundschule Friedland
Das letzte Wort hat der Rat, der aber im gesamten Findungsprozess der Schule das Vorschlagsrecht zugebilligt hat.

 

In der Woche vor den Ferien werden die Kisten in Groß Schneen endgültig gepackt!